Das Interview

Was hat Euch dazu bewegt, diese CD zu produzieren?

Dr. Max:

Aus der Vergangenheit hatte ich viele halbfertige Songs von den verschiedenen Bands. Diese wollte ich endlich mal fertig produzieren und gut zum Klingen bringen.

Schließlich macht es einfach Spaß, gemeinsam Musik zu machen und zu produzieren, wenn die gemeinsame Chemie stimmt.

 

Dr. Ste:

Seit langem schon hatte ich den Wunsch, mich musikalisch zu verwirklichen und auszudrücken.

Ich wollte mir beweisen, dass meine Stücke genau das ausdrücken können, was ich empfinde.

Ich wollte sehen, ob und wie meine Musik nach guter Produktion und Vollendung von anderen angenommen wird. Man kann gute Musik machen, auch ohne entdeckt und produziert zu werden.

 

 

Warum macht Ihr gerade diese Art von Musik und nicht etwas Kommerzielleres mit Gesang?

 

Dr. Ste:

Die kommerzielle Musik ist für mich meist ziemlich banal. Diese Musik wird vor allem für den Verkauf produziert und richtet sich nach dem Massengeschmack. Dabei wird die Musik so ausgerichtet, dass sie als Massenprodukt möglichst viel Profit für die Musikindustrie abwirft. Mir fehlt da die Authentizität. Zur Gesangsmusik: Musik mit Gesang zu produzieren, schließe ich nicht prinzipiell aus.

 

Dr. Max:

Eigentlich ist es mir egal, ob meine Musik kommerziell klingt oder nicht, Hauptsache ich habe Spaß daran. Mir kommt es darauf an, mich nicht in ein markttaugliches Format pressen zu lassen. Da ich nicht davon leben muss, kann ich mir es leisten, meinen persönlichen Stil zu leben und zu produzieren. Zur Gesangsmusik: Da ich selber nicht singen kann, habe ich nie Gesangsstücke komponiert. Das würde mich aber auch sehr reizen.

 

 

Wie steht ihr zur Musikszene?

 

Dr. Max:

Trotz Kommerz ist die Musikkultur nicht tot zu kriegen. Es entwickeln sich neben dem Mainstream musikalische Subkulturen und Independent Labels. Diese Subkulturen werden dann teilweise wieder zum Mainstream und das Spiel beginnt von neuem. So lange das so ist, ist die Musikszene gesund. Heute können sich dank Computer-Technologie auch viele in der Musik ausdrücken, die nicht eine entsprechende Ausbildung genossen haben. Ohne Ahnung von Noten und Harmonie-Lehre bauen Leute aus Musikschnipseln hochinteressante Stücke. Das finde ich klasse.

 

Dr. Ste:

Die Musikszene wird heute mehr denn je dominiert von einer gewinnorientierten Industrie. Dort geht es weniger um die Musik selbst als vielmehr um ihren Vermarktungswert. Der eigentliche Stellenwert der Musik stellt sich mir in so einem Kontext schon in Frage. Ein „Musik-Produkt“ wird möglichst billig hergestellt und soll einfach möglichst viel Geld einspielen. Das funktioniert, weil die breite Masse genau diese Produkte konsumiert. Irgendwie ist das interessant und stimmt mich aber nachdenklich. Sicherlich gedeiht jedoch viel authentische Musik in den Randzonen der Subkultur und Independent Labels, genießt aber nicht die Wertschätzung und Entlohnung, die ihr eigentlich zustünde. Für mich soll Musik vor allem verbinden und das tut sie, egal in welcher Form und Szene. Das ganze Szenario zeigt aber auch die Qualität der Verbindungen auf. Das finde ich bemerkenswert.